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Sprüche - Kp. 1 bis 3 - Luther 1912

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 Sprüche - 1. Kapitel

1 Dies sind die Sprüche Salomos, des Königs in Israel, des Sohnes Davids,

2 zu lernen Weisheit und Zucht, Verstand

3 Klugheit, Gerechtigkeit, Recht und Schlecht;

4 dass die Unverständigen klug und die Jünglinge vernünftig und vorsichtig werden.

5 Wer weise ist der hört zu und bessert sich; wer verständig ist, der lässt sich raten,

6 dass er verstehe die Sprüche und ihre Deutung, die Lehre der Weisen und ihre Beispiele.

7 Des HERRN Furcht ist Anfang der Erkenntnis. Die Ruchlosen verachten Weisheit und Zucht.

8 Mein Kind, gehorche der Zucht deines Vaters und verlass nicht das Gebot deiner Mutter.

9 Denn solches ist ein schöner Schmuck deinem Haupt und eine Kette an deinem Hals.

10 Mein Kind, wenn dich die bösen Buben locken, so folge nicht.

11 Wenn sie sagen: "Gehe mit uns! wir wollen auf Blut lauern und den Unschuldigen ohne Ursache nachstellen;

12 wir wollen sie lebendig verschlingen wie die Hölle und die Frommen wie die, so hinunter in die Grube fahren;

13 wir wollen grosses Gut finden; wir wollen unsre Häuser mit Raub füllen;

14 wage es mit uns! es soll unser aller ein Beutel sein":

15 mein Kind, wandle den Weg nicht mit ihnen; wehre deinem Fuss vor ihrem Pfad.

16 Denn ihr Füsse laufen zum Bösen und eilen, Blut zu vergiessen.

17 Denn es ist vergeblich, das Netz auswerfen vor den Augen der Vögel.

18 Sie aber lauern auf ihr eigen Blut und stellen sich selbst nach dem Leben.

19 Also geht es allen, die nach Gewinn geizen, dass ihr Geiz ihnen das Leben nimmt.

20 Die Weisheit klagt draussen und lässt sich hören auf den Gassen;

21 sie ruft in dem Eingang des Tores, vorn unter dem Volk; sie redet ihre Worte in der Stadt:

22 Wie lange wollt ihr Unverständigen unverständig sein und die Spötter Lust zu Spötterei und die Ruchlosen die Lehre hassen?

23 Kehret euch zu meiner Strafe. Siehe, ich will euch heraussagen meinen Geist und euch meine Worte kundtun.

24 Weil ich denn rufe, und ihr weigert euch, ich recke meine Hand aus, und niemand achtet darauf,

25 und lasst fahren allen meinen Rat und wollt meine Strafe nicht:

26 so will ich auch lachen in eurem Unglück und eurer spotten, wenn da kommt, was ihr fürchtet,

27 wenn über euch kommt wie ein Sturm, was ihr fürchtet, und euer Unglück als ein Wetter, wenn über euch Angst und Not kommt.

28 Dann werden sie nach mir rufen, aber ich werde nicht antworten; sie werden mich suchen, und nicht finden.

29 Darum, dass sie hassten die Lehre und wollten des HERRN Furcht nicht haben,

30 wollten meinen Rat nicht und lästerten alle meine Strafe:

31 so sollen sie essen von den Früchten ihres Wesens und ihres Rats satt werden.

32 Was die Unverständigen gelüstet, tötet sie, und der Ruchlosen Glück bringt sie um.

33 Wer aber mir gehorcht, wird sicher bleiben und genug haben und kein Unglück fürchten.

 Sprüche - 2. Kapitel

1 Mein Kind, so du willst meine Rede annehmen und meine Gebote bei dir behalten,

2 dass dein Ohr auf Weisheit achthat und du dein Herz mit Fleiss dazu neigest;

3 ja, so du mit Fleiss darnach rufest und darum betest;

4 so du sie suchest wie Silber und nach ihr froschest wie nach Schätzen:

5 alsdann wirst du die Furcht des HERRN verstehen und Gottes Erkenntnis finden.

6 Denn der HERR gibt Weisheit, und aus seinem Munde kommt Erkenntnis und Verstand.

7 Er lässt's den Aufrichtigen gelingen und beschirmt die Frommen

8 und behütet die, so recht tun, und bewahrt den Weg seiner Heiligen.

9 Alsdann wirst du verstehen Gerechtigkeit und Recht und Frömmigkeit und allen guten Weg.

10 Denn Weisheit wird in dein Herz eingehen, dass du gerne lernst;

11 guter Rat wird dich bewahren, und Verstand wird dich behüten,

12 dass du nicht geratest auf den Weg der Bösen noch unter die verkehrten Schwätzer,

13 die da verlassen die rechte Bahn und gehen finstere Wege,

14 die sich freuen, Böses zu tun, und sind fröhlich in ihrem bösen, verkehrten Wesen,

15 welche ihren Weg verkehren und folgen ihrem Abwege;

16 dass du nicht geratest an eines andern Weib, an eine Fremde, die glatte Worte gibt

17 und verlässt den Freund ihrer Jugend und vergisst den Bund ihres Gottes

18 (denn ihr Haus neigt sich zum Tod und ihre Gänge zu den Verlorenen;

19 alle, die zu ihr eingehen, kommen nicht wieder und ergreifen den Weg des Lebens nicht);

20 auf dass du wandelst auf gutem Wege und bleibst auf der rechten Bahn.

21 Denn die Gerechten werden im Lande wohnen, und die Frommen werden darin bleiben;

22 aber die Gottlosen werden aus dem Lande ausgerottet, und die Verächter werden daraus vertilgt.

 Sprüche - 3. Kapitel

1 Mein Kind, vergiss meines Gesetzes nicht, und dein Herz behalte meine Gebote.

2 Denn sie werden dir langes Leben und gute Jahre und Frieden bringen;

3 Gnade und Treue werden dich nicht lassen. Hänge sie an deinen Hals und schreibe sie auf die Tafel deines Herzens,

4 so wirst du Gunst und Klugheit finden, die Gott und Menschen gefällt.

5 Verlass dich auf den HERRN von ganzem Herzen und verlass dich nicht auf deinen Verstand;

6 sondern gedenke an ihn in allen deinen Wegen, so wird er dich recht führen.

7 Dünke dich nicht, weise zu sein, sondern fürchte den HERRN und weiche vom Bösen.

8 Das wird deinem Leibe gesund sein und deine Gebeine erquicken.

9 Ehre den HERRN von deinem Gut und von den Erstlingen all deines Einkommens,

10 so werden deine Scheunen voll werden und deine Kelter mit Most übergehen.

11 Mein Kind, verwirf die Zucht des HERRN nicht und sei nicht ungeduldig über seine Strafe.

12 Denn welchen der HERR liebt, den straft er, und hat doch Wohlgefallen an ihm wie ein Vater am Sohn.

13 Wohl dem Menschen, der Weisheit findet, und dem Menschen, der Verstand bekommt!

14 Denn es ist besser, sie zu erwerben, als Silber; denn ihr Ertrag ist besser als Gold.

15 Sie ist edler denn Perlen; und alles, was du wünschen magst, ist ihr nicht zu vergleichen.

16 Langes Leben ist zu ihrer rechten Hand; zu ihrer Linken ist Reichtum und Ehre.

17 Ihre Wege sind liebliche Wege, und alle ihre Steige sind Friede.

18 Sie ist ein Baum des Lebens allen, die sie ergreifen; und selig sind, die sie halten.

19 Denn der HERR hat die Erde durch Weisheit gegründet und durch seinen Rat die Himmel bereitet.

20 Durch seine Weisheit sind die Tiefen zerteilt und die Wolken mit Tau triefend gemacht.

21 Mein Kind, lass sie nicht von deinen Augen weichen, so wirst du glückselig und klug werden.

22 Das wird deiner Seele Leben sein und ein Schmuck deinem Halse.

23 Dann wirst du sicher wandeln auf deinem Wege, dass dein Fuss sich nicht stossen wird.

24 Legst du dich, so wirst du dich nicht fürchten, sondern süss schlafen,

25 dass du dich nicht fürchten darfst vor plötzlichem Schrecken noch vor dem Sturm der Gottlosen, wenn er kommt.

26 Denn der HERR ist dein Trotz; der behütet deinen Fuss, dass er nicht gefangen werde.

27 Weigere dich nicht, dem Dürftigen Gutes zu tun, so deine Hand von Gott hat, solches zu tun.

28 Sprich nicht zu deinem Nächsten: "Geh hin und komm wieder; morgen will ich dir geben", so du es wohl hast.

29 Trachte nicht Böses wider deinen Nächsten, der auf Treue bei dir wohnt.

30 Hadere nicht mit jemand ohne Ursache, so er dir kein Leid getan hat.

31 Eifere nicht einem Frevler nach und erwähle seiner Wege keinen;

32 denn der HERR hat Greuel an dem Abtrünnigen, und sein Geheimnis ist bei den Frommen.

33 Im Hause des Gottlosen ist der Fluch des HERRN; aber das Haus der Gerechten wird gesegnet.

34 Er wird der Spötter spotten; aber den Elenden wird er Gnade geben.

35 Die Weisen werden Ehre erben; aber wenn die Narren hochkommen, werden sie doch zu Schanden.

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