Die Bibel - Altes und Neues Testament
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Psalm - Kp. 100 bis 102 - Luther 1912

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 Psalm - 100. Kapitel

1 Ein Dankpsalm. Jauchzet dem HERRN, alle Welt!

2 Dient dem HERRN mit Freuden; kommt vor sein Angesicht mit Frohlocken!

3 Erkennt, dass der HERR Gott ist! Er hat uns gemacht, und nicht wir selbst, zu seinem Volk und zu Schafen seiner Weide.

4 Geht zu seinen Toren ein mit Danken, zu seinen Vorhöfen mit Loben; danket ihm, lobet seinen Namen!

5 Denn der HERR ist freundlich, und seine Gnade währet ewig und seine Wahrheit für und für.

 Psalm - 101. Kapitel

1 Ein Psalm Davids. Von Gnade und Recht will ich singen und dir, HERR, lobsagen.

2 Ich handle vorsichtig und redlich bei denen, die mir zugehören, und wandle treulich in meinem Hause.

3 Ich nehme mir keine böse Sache vor; ich hasse den Übeltäter und lasse ihn nicht bei mir bleiben.

4 Ein verkehrtes Herz muss von mir weichen; den Bösen leide ich nicht.

5 Der seinen Nächsten heimlich verleumdet, den vertilge ich; ich mag den nicht, der stolze Gebärde und hohen Mut hat.

6 Meine Augen sehen nach den Treuen im Lande, dass sie bei mir wohnen; und habe gerne fromme Diener.

7 Falsche Leute halte ich nicht in meinem Hause; die Lügner gedeihen bei mir nicht.

8 Jeden Morgen will ich vertilgen alle Gottlosen im Lande, dass ich alle Übeltäter ausrotte aus der Stadt des HERRN.

 Psalm - 102. Kapitel

1 Ein Gebet des Elenden, so er betrübt ist und seine Klage vor dem HERRN ausschüttet. HERR, höre mein Gebet und lass mein Schreien zu dir kommen!

2 Verbirg dein Antlitz nicht vor mir in der Not, neige deine Ohren zu mir; wenn ich dich anrufe, so erhöre mich bald!

3 Denn meine Tage sind vergangen wie ein Rauch, und meine Gebeine sind verbrannt wie ein Brand.

4 Mein Herz ist geschlagen und verdorrt wie Gras, dass ich auch vergesse, mein Brot zu essen.

5 Mein Gebein klebt an meinem Fleisch vor Heulen und Seufzen.

6 Ich bin wie eine Rohrdommel in der Wüste; ich bin gleich wie ein Käuzlein in den verstörten Stätten.

7 Ich wache und bin wie ein einsamer Vogel auf dem Dache.

8 Täglich schmähen mich meine Feinde; und die mich verspotten, schwören bei mir.

9 Denn ich esse Asche wie Brot und mische meinen Trank mit Weinen

10 vor deinem Drohen und Zorn, dass du mich aufgehoben und zu Boden gestossen hast.

11 Meine Tage sind dahin wie Schatten, und ich verdorre wie Gras.

12 Du aber, HERR, bleibst ewiglich und dein Gedächtnis für und für.

13 Du wollest dich aufmachen und über Zion erbarmen; denn es ist Zeit, dass du ihr gnädig seist, und die Stunde ist gekommen.

14 Denn deine Knechte wollten gerne, dass sie gebaut würde, und sähen gerne, dass ihre Steine und Kalk zugerichtet würden,

15 dass die Heiden den Namen des HERRN fürchten und alle Könige auf Erden dein Ehre,

16 dass der HERR Zion baut und erscheint in seiner Ehre.

17 Er wendet sich zum Gebet der Verlassenen und verschmäht ihr Gebet nicht.

18 Das werde geschrieben auf die Nachkommen; und das Volk, das geschaffen soll werden, wird den HERRN loben.

19 Denn er schaut von seiner heiligen Höhe, und der HERR sieht vom Himmel auf die Erde,

20 dass er das Seufzen des Gefangenen höre und losmache die Kinder des Todes,

21 auf dass sie zu Zion predigen den Namen des HERRN und sein Lob zu Jerusalem,

22 wenn die Völker zusammenkommen und die Königreiche, dem HERRN zu dienen.

23 Er demütigt auf dem Wege meine Kraft; er verkürzt meine Tage.

24 Ich sage: Mein Gott, nimm mich nicht weg in der Hälfte meiner Tage! Deine Jahre währen für und für.

25 Du hast vormals die Erde gegründet, und die Himmel sind deiner Hände Werk.

26 Sie werden vergehen, aber du bleibest. Sie werden veralten wie ein Gewand; sie werden verwandelt wie ein Kleid, wenn du sie verwandeln wirst.

27 Du aber bleibest, wie du bist, und deine Jahre nehmen kein Ende.

28 Die Kinder deiner Knechte werden bleiben, und ihr Same wird vor dir gedeihen.

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